Zur Startseite

Während des Krieges blieb der Zusammenhalt im Verein ungebrochen: Schriftführer Jakob Jakober versandte die “Heimatgrüße” mit den aktuellen Mitteilungen an die Front, die Frauen schickten “Liebesgaben”-Sendungen in Form von Geschenken und so oft sie konnten, trafen sich die Heimaturlauber im Vereinslokal.

1941 waren noch an Konzerten, Standkonzerten und Ständchen zu verzeichnen:

  • Blasorchester 27 für Partei, Staat oder Wehrmacht, 12 vereinsinterner Art
  • Streichquartett 24 bzw. 7
  • Männerquartett 14
  • der in diesem Jahr gegründete Mädchenchor 7
  • gesamte Singgruppe 2

1943 befanden sich bereits je 32 Aktive und Passive im Wehr- oder Polizeidienst. Mit weiteren Einberufungen im September 1944 kam das Vereinsleben schließlich zum Erliegen.

Durch die Kriegsgeschehnisse verloren mindestens 28 Mitglieder ihr Leben: 15 Musiker waren tot oder vermißt, zwei Mädchen des Kinderchores kamen bei der Zerstörung des “Sonnenbunkers” mit vielen anderen Söflingern am 22. Februar 1945 um, auch der 2. Vorsitzende Georg Lude starb bei einem Bombenangriff wie einige weitere der zehn getöteten passiven Mitglieder.

Weil sich die Austritte (mit den natürlichen Sterbefällen) und die Eintritte die Waage hielten, sank die Anzahl der Vereinsmitglieder von 250 (1939) auf nur noch 222.

Im März 1945 wurde bei einem weiteren Bombenangriff der “Ochsen” zerstört und mit ihm die allermeisten Instrumente, Noten und Erinnerungsstücke.

Trotz aller Trauer und Zerstörung fand bereits im August wieder die erste Probe mit 14 Musikern (plus Dirigent und sechs Kameraden ohne Instrument) im “Lamm” statt.

Ein Konzert an Kirchweih (Oktober) scheiterte an Bestimmungen der amerikanischen Militärregierung, am Jahresende wurden aber die traditionellen Weihnachtsständchen bei Alten und Kranken wiederaufgenommen.

1946 hatte das Blasorchester mit Stabsmusikmeister a.D. Emmo Mittmann einen neuen musikalischen Leiter. Instrumente und Noten stellten leihweise die Wieland-Werke zur Verfügung. Doch weil das “Lamm” schwer beschädigt war, ruhte die Probenarbeit für genau ein Jahr, bis mit dem “Goldenen Bären” am Westplatz vorübergehend ein neues Probelokal gefunden war (1949 Rückkehr ins “Lamm”).

1947 wurde Fritz Schmidt zum 2. Vorsitzenden gewählt. Das Blasorchester zählte 30 Musiker, das Salonorchester (Streichmusik) 9, der Chor 10 Sängerinnen und 7 Sänger. Andreas Jakober baute eine Zöglingsabteilung auf mit anfangs zwölf Jungen, meist im Alter 12-15.

Den ersten größeren Auftritt bildete 1948 die Frühjahrsunterhaltung im “Bräustüble” mit allen Abteilungen und einigen Solisten. Immer mehr fand der Verein zu seiner früheren Aktivität zurück: unter anderem standen im Sommer und Herbst Standkonzerte auf dem Gemeindeplatz, dem Klosterhof und dem Ulmer Hauptwachplatz auf dem Programm.

1949 kam es in Söflingen zur Wiedergründung des Bezirks III des “Süddeutschen Musikerverbands”, wobei die führenden Positionen (Vorsitzender, Dirigent und Schriftführer) mit den jeweiligen Söflinger Amtsträgern besetzt wurden.

In diese Zeit fielen auch Engagements an der “Städtischen Bühne Ulm”, der Vorläuferin des Theaters Ulm: “La Bohème”, “Im weißen Rößl” und “Der Bettelstudent”.