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1960 wurde die Streichmusikabteilung (gegr. 1927) aufgelöst.

Nach dem – vorläufigen – Rückzug Udo Botzenharts übernahm Kassier Alfred Hänle zusätzlich das Amt des 2. Vorstands.

Das 40jährige Vereinsjubiläum war in eine „Söflinger Festwoche“ eingebettet, welche vom 3. bis zum 12. Juni währte. Der Ablauf setzte sich, Freitagabend beginnend, zusammen aus einer internen Feier im „Schößle“ unter Mitwirkung des Blasorchesters und des Liederkranz Söflingen, am Samstag traf die Knabenmusik Zürich (158 Musiker und Tambouren sowie 25 Mitglieder aus Kommission und Direktion) ein und zog als Werbung für den „Schweizer Abend“ im Festzelt auf dem Klosterhof (Fassung: 2500-3000 Personen; nebenbei bemerkt betrug der Preis für die Maß Münsterbier 1,60 DM) durch die Straßen Söflingens. Mit ihnen waren das 26 Mann zählende Jodel-Doppelquartett Zürich-Altstetten, ein Alphornbläser und ein Fahnenschwinger angereist. Nach dem Festgottesdienst am Sonntag (700 Jahre Kloster) gaben die Knabenmusik und Jodler ein Frühschoppen, nachmittags der Musikverein ein Festkonzert mit dem Vichy-Programm von 1959, abends unterhielten der MV Klingenstein sowie Humorist Heinrich Sembinelli aus Biberach. Der Montag startete mit einem Standkonzert der Eidgenossen auf dem Ulmer Münsterplatz, in Söflingen erfreuten der MV Stadtkapelle Laichingen, die Singgruppe, Sembinelli, der Liederkranz und das Blasorchester des Musikvereins. Nach einer Verschnaufpause war am Donnerstag ein volkstümlicher Abend mit dem „Schwarzwaldtrio Seitz mit der kleinen Gabriele“ angesagt, begleitet vom Musikverein. Zum bunten Abend am Freitag engagierte man „Jodlerkönig“ Franzl Lang, das „Christa-Vogel-Quartett“ (Musik und Gesang), die Komiker „Herr Fröhlich und Herr Schön“, das „Star Trio“ (Radartisten), die „Original Evelyn“ („Königin der Sprungelastik“), Fernsehclown Tüneff, Rudolf Paché (Hammondorgel) sowie als Moderator Ernst Rominger (Humorist/Parodist). Zum Abschluß der Festwoche führte der Vorstadtverein das Sommernachts- und Kinderfest durch. In beiden Fällen beteiligte sich der Musikverein ebenso wie am Festtag der katholischen Gemeinde zur Gründung des Klarissenklosters (1258).

Am Monatsende waren die Söflinger Patenkapelle beim Bezirksmusikfest in Einsingen.

Bei der Weihnachtsfeier wurde für 40 Jahre aktives Musizieren Gottlob Bausch, Gottfried Mall und Andreas Jakober die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Die Kartei wies zu diesem Zeitpunkt 376 Mitglieder auf, die Einsatzliste für das Blasorchester 28, den Spielmannszug (13 Mitglieder) neun und die Singgruppe (26 Sängerinnen und Sänger) drei Veranstaltungen.


1961 gab Andreas Jakober die Vereinsleitung nach 27 Jahren ab (Ernennung zum Ehrenvorsitzenden), und so wählten die Mitglieder Stadtrat Udo Botzenhart zum Nachfolger. Angesichts dessen Verpflichtungsfülle im öffentlichen Leben wurde der Posten eines dritten Vorsitzenden geschaffen und mit Eugen Miller besetzt.

Fünf Übertragungswagen schickte der Süddeutsche Rundfunk (SDR) am 30. Mai nach Ulm, um die Münsterstadt in der 45minütigen Live-Sendung „Kreuz und quer durchs Schwabenland“ vorzustellen. Selbstverständlich erklang als musikalische Visitenkarte der Fischermarsch, später erfuhren die Radiohörer aus dem Äther, daß die Söflinger nicht irgendeine Blasmusik seien, sondern eine mit klangvollem Namen, der auf internationalen Wettbewerben begründet worden sei.

Am 17./18. Juni war man als Festkapelle beim Kreismusikfest Aichstetten (bei Leutkirch) als Festkapelle engagiert, beim Bezirksmusikfest in Bermaringen (8.-10. Juli) außer Konkurrenz mit dem Ehrenchor beteiligt.

Ulmer Knabenmusik wird ins Leben gerufen

Schwäbische Donauzeitung vom 21. Juli

Seit langer Zeit hat der Musikverein Söflingen den Wunsch, nach dem Vorbild der „Züricher Knabenmusik“, die bereits Gäste der Söflinger Musiker waren, eine „Ulmer Knabenmusik“ ins Leben zu rufen. Ein entsprechendes Gesuch des Musikvereins Söflingen fand bei der Stadtverwaltung freundliche Aufnahme, und der Verwaltungsausschuß hat sich entschlossen, der Knabenmusik einen finanziellen Zuschuß zu gewähren. Im Laufe der nächsten Wochen sollen die organisatorischen Vorbereitungen getroffen werden zur Gründung der „Ulmer Knabenmusik“.

Der Musikverein Söflingen – damit sollte der notwendige Nachwuchs gesichert werden – übernahm die Patenschaft, brachte seine eigene, etwa Mitglieder zählende Jugendabteilung ein und stellte Instrumente sowie Ausbilder zur Verfügung, zum musikalischen Leiter wurde Vereinsdirigent Paul Kühmstedt bestellt. Des weiteren stand aufgrund der erfolgreichen Tätigkeit bei zahlreichen städtischen Veranstaltungen die Erhebung zur „Stadtkapelle“ in Aussicht. Bis November meldeten sich für die UKM 130 Interessenten, davon waren 72 bereits „instrumentierte“ Zusagen; der Unterricht begann am 1. Dezember.

Im Herbst fuhr der Spielmannszug mit 17 Aktiven erstmals zu einem Landestreffen der baden-württembergischen Spielmanns- und Fanfarenzüge und konnte in Offenburg musikalisch gegen galauniformierte und bis zu 90köpfige Formationen hervorragend bestehen.